00:00:09: Herzlich willkommen, liebe Zuhörerinnen
00:00:11: und Zuhörer
00:00:11: des politischen Pausen-Podcasts zu einer neuen Folge mit Christina Krömer.
00:00:15: Die heute mein Gast ist, sie ist Gründerin und leitende Koordinatorin eines Demokratieprojekts das da heißt Metropolis.
00:00:24: Und wir wollen genau bei dieses Demokratie Projekt auch miteinander sprechen.
00:00:29: Metropolis
00:00:31: ist
00:00:32: ein innovatives Demokratie-Projekt, das seit Jahrzehnteinzehn den öffentlichen Nahverkehr als Ort für gesellschaftliche Begegnungen und politischen Diskurs nutzt.
00:00:43: Und was das genau bedeutet?
00:00:45: Wie das funktioniert darüber wollen wir sprechen!
00:00:48: Herzlich willkommen liebe Frau Krömer!
00:00:51: Ja vielen Dank für die Einladung.
00:00:52: ich freue mich hier sein zu dürfen.
00:00:54: Ja, wir starten mal direkt und blicken mal rein.
00:00:59: Was das eigentlich ist was Sie machen?
00:01:01: Es gibt den Verein Metro Unterstrich Polis eV.
00:01:06: sie haben zwanzig dreiundzwanzig für ihre Arbeit den deutschen Engagementpreis in der Kategorie Zusammenhalt leben gewonnen und das Ganze Kombination zweier Begrifflichkeiten, Metro Französisch Stadtbahn und Polis griechisch für Stadtgesellschaft.
00:01:24: Es geht um Demokratie und vielleicht können Sie ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.
00:01:29: Woher
00:01:30: kommt das?
00:01:30: Und was genau tun sie da?
00:01:34: Mir kam die Idee zum Metropolis.
00:01:37: also wir haben es ganz richtig eingeleitet.
00:01:39: Das geht mir tatsächlich um die Verbindung von diesen zwei über die Grifflichkeiten, die eigentlich in total Sinn zusammen ergeben.
00:01:48: Nämlich das da wo Mobilität ist und Menschen von A nach B gebracht werden.
00:01:53: natürlich auch die Menschen sind sich ganz selbstverständlich jeden Tag versammeln ohne dass sie eine Einladung bräuchten sondern sie nutzen es dann gerne Genau zur Fortbewegung.
00:02:03: Und ich habe gedacht, das ist der perfekte Moment wo alle da sind nichts zu tun haben und aber auch nicht so richtig weggehen können anders als an öffentlichen Plätzen wo Menschen ja auch versuchen andere ins Gespräch manchmal zu bringen zum Beispiel Greenpeace oder andere gesellschaftliche Akteure.
00:02:19: und Ich kenne selbst von mir man geht so schnell dran vorbei und hofft dass man nicht gesehen wird.
00:02:24: und in der Bahn ist es aber anders.
00:02:26: und die Zeit des Schweigens Die ist eigentlich aber perfekt, um sie ein bisschen anders zu nutzen und damit mit sinnvollen Gesprächen über die Herausforderung unserer Zeit zu füllen.
00:02:36: Und mir kam die Idee damals im Jahr zwei tausend vierzehn fünfzehnt sechzehn so das wurde hat sich über verschiedene Ereignisse, die ich selbst gar nicht erlebt habe von denen ich erfahren habe nämlich dass es in der Straßenbahn hier in Dresden aufgrund des Auftretens von Pegida zu ganz vielen schwierigen Situationen kam wo Menschen miteinander sagen wir mal sehr ungut Themen oder gesellschaftliche Konflikte ausgetragen haben.
00:03:02: und für mich war das der Moment zu denken, genau alle sind da.
00:03:07: Man muss sie gar nicht erst großartig zusammen in einen Raum bringen und viele Flyer verteilen und ganz viel Werbung dafür machen sondern da in dem Alltag wo Menschen aufeinandertreffen Sollbruchstellen sich zeigen, kann man genau an der Stelle sagen Leute wir schaffen das aber müssen uns ein bisschen besser machen.
00:03:25: Aber gut dass Sie hier seid benutzen einfach genau diesen Moment zwischen den ganzen Tüten und den Kindern und weil so ist ja Leben Das bewegt sich vor allen Dingen in Alltagssituationen vorwärts Und das nutzen wir um neu darüber nachzudenken ob wir nicht besser miteinander umgehen können.
00:03:43: Das ist sehr, sehr interessant.
00:03:45: Sehr spannend und ja auch sehr kreativ!
00:03:48: Und sie greifen damit hier auch ein Demokratiekonzept auf was Demokratie eher als eine Lebensform denn einen institutionalisiertes oder institutionelles Demokratieverständnis unterstreicht.
00:04:00: Ich habe in anderen Podcast folgen ein ums andere Mal mit meinen Gästen über Sprachlosigkeit, über Kommunikationsstörungen In unserer Gesellschaft gesprochen.
00:04:12: Der Rechtsruck klingt da eben auch an.
00:04:14: Wieso sind Sie ausgerechnet jetzt darauf gekommen zu sagen Demokratie als eine Lebensform rücken wir ins Zentrum?
00:04:20: Es ist von der Sache her gedacht also von dem Ort wo die Begegnung stattfindet.
00:04:26: oder war das quasi auch so?
00:04:27: die Überlegung zu sagen, alles andere gibt es schon.
00:04:30: Da gibt es auch Forschung und so weiter.
00:04:32: denn ihr Projekt da werden wir vielleicht am Ende dann noch mal eingehen drüber sprechen findet ja datenmäßig auch mittlerweile Eingang in die Forschung Und in den Transfer und von daher interessiert mich das wo das eigentlich herkommt dass sie genau dieses Demokratie Verständnis zugrunde legen.
00:04:49: Genau, also ich hab Politikwissenschaft studiert und damals in den Nullerjahren war eine dieser riesen Themen in der Politikwissenschaft.
00:04:57: Wir kriegen wieder eigentlich die Leute motiviert politisch interessiert zu sein.
00:05:01: Also Politikverdrossenheit war damals das große Schlagwort und es war irgendwie... genau!
00:05:07: Es waren nicht so richtig, nichts hat so richtig gedrückt sagen wir mal, hatte auch aus der jetzt Perspektive heraus.
00:05:12: aber es war klar, Politik wird mit alle vier Jahre oder Demokratie wird damit verbunden, dass alle für Jahre gewählt wird und nichts weiter.
00:05:21: Und dazwischen sind aber keine so großen dramatischen Konfliktlinien zu erkennen.
00:05:26: und weil irgendwie so ein bisschen Politik macht das eher auch wie so einen kleiner Dienstleistungsbetrieb oder so ist die Perspektive da drauf ihr wählt uns wir machen den Rest und dann wird das schon alles gut werden.
00:05:39: und dann hat sich aber gezeigt dem stimmt gar nicht.
00:05:43: Sondern wenn es, wenn Krisen kommen dann geht das eben darum auf eine sehr konstruktive Art und Weise nicht nur in der Politik darüber nachzudenken was jetzt helfen kann sondern in der Gesellschaft eine ganz andere Diskurs- und Demokratiefähigkeit eben auch zu haben.
00:05:56: und das entsteht einfach nicht nur so weil wir hier in einer Staatsform reingeboren wurden die zufällig ein demokratisches System zugrunde gelegt hat sondern wir atmen ja nicht die Luft ein und damit werden wir automatisch zur Demokratie nennen Das ist ein langer, sehr schwieriger Weg tatsächlich sich in Bezug immer zum Rest der Gesellschaft setzen zu können.
00:06:17: Und dann natürlich, wir sind globalisiertes Welt am besten auch noch zu diesem ganzen Rest des Globos und auch noch der Menschheitsgeschichte.
00:06:26: also wo kommt das eigentlich her wie wir hier ausgestattet sind?
00:06:30: Wie wir mit Problemen umgehen die uns erreichen und es braucht unglaublich viel Toleranz gegenüber Menschen, gegenüber anderen Positionen und insofern kann das eigentlich gar nicht gut funktionieren.
00:06:46: Also schon wenn man ein bisschen logisch darüber nachdenkt dass das alles Politik macht und die Menschen folgen dann einfach so sondern mehr und mehr wurde klar an die die Menschen wollen sich auch einmischen.
00:06:56: also wir sind im Jahr zwei tausend neunzehn in die Bahn gegangen und hat natürlich extremer Angst.
00:07:00: erst mal und ich habe auch jahrelang gesucht wer mit mir dieses Projekt umsetzen würde weil ich wollte es auch schon nicht alleine machen war aber die Stimmung war unglaublich gut.
00:07:10: Also Menschen waren sehr wohlwollend uns gegenüber und im Jahr zweitausend nach Corona, als wir wieder zurück in die Bahn gingen, war es total klar, dass die Stimmungen eine andere geworden sind.
00:07:19: Und die Menschen wollen jetzt nicht einfach nur ein nettes Gespräch.
00:07:22: Diese Zeit ist vorbei, das haben sie uns auch sehr deutlich gesagt, sondern die Menschen wohnen Teilhabe.
00:07:26: Die wollen mitentscheiden können, mitentwickeln können und gleichzeitig tun Sie das mehr auf eine Art und Weise, die überhaupt nicht hilfreich ist.
00:07:34: Sondern die sagt also, Meinung und die muss jetzt so oder so ein bisschen ähnlich umgesetzt werden.
00:07:42: Und wenn sie das nicht wird, dann darf ich die Meinung praktisch aber auch gar nicht vertreten.
00:07:48: So einfach und zippel ist es natürlich nicht, weil man muss in der eigenen Positionen, der eigene Lebenswelt im Bezug zu den viel größeren Kontextsetzen und diese Übertragungsleistung fehlt ganz häufig Entfernte.
00:08:00: wir als Gesellschaft werden voneinander, umso weniger passiert das auch.
00:08:05: Und deswegen braucht es eine Initiation dazu.
00:08:08: Es passiert nicht automatisch, dass Menschen in dieser Zeit miteinander ganz neu beginnen über Dinge nachzudenken ohne, dass sie dazu aufgefordert werden im Alltag sondern es muss unterstützt werden und wir sind sozusagen diese Unterstützung im Alltag.
00:08:24: Können Sie das vielleicht mal ganz konkret beschreiben?
00:08:27: Wie stelle ich mir das vor wenn sie in die Bahn gehen und dann Menschen ansprechen.
00:08:33: Das kann ja auch ein bisschen was Seltsames haben, ich sitze da vielleicht auf dem Weg zur Arbeit oder von der Arbeit zurück.
00:08:38: Ich bin in meinen eigenen Gedanken, ich mache mir Gedanken, was ich vielleicht noch alles erledigen muss?
00:08:43: Ich bin vielleicht genervt von etwas, was an dem Tag passiert ist, sondern kommen Sie rein und sagen wollen Sie mal über Demokratie sprechen Oder geht das ganz anders?
00:08:52: Und Sie haben auch gesagt, Sie machen das Ultim!
00:08:54: Vielleicht können Sie das ein bisschen beschreiben.
00:08:57: Ja, wir sind immer zu dritt.
00:08:58: Wir beginnen immer an einer Enthaltestelle.
00:09:00: also wir gehen zur Enthaldestelle jeglicher Linie die wir befahren in einer Stadt und richten da so minimal unseren Gesprächsraum ein.
00:09:09: das sind immer vierer Sitzplatzgruppen die sich gegenüber liegen Und dann kleben wir so selbstklebende Folie innerhalb.
00:09:17: so dauert nur ein paar Sekunden an die Fenster und Dann haben wir so ein bisschen räumlich markiert dass wir da sind und dann setzt sich.
00:09:25: zwei Teammitglieder setzen sich jeweils in ein Vierersitzplatzkreis und sind dafür die Moderation zuständig.
00:09:33: Und dann können bis zu drei Personen hinzukommen, das ist ja wie so eine Fischbowlmenschen kommen und gehen.
00:09:38: Es gibt eine Person vom Team.
00:09:40: deswegen sind wir jetzt zu dritt, sie läuft durch die Gegend und informiert Menschen über das Projekt und dass es die Möglichkeit zur Teilnahme jetzt gibt.
00:09:47: Und sagt dann immer dazu also ist natürlich alles freiwillig und wenn Sie gehen müssen, dann gehen Sie einfach um.
00:09:52: Deswegen entsteht dieses kommen und gehen bei uns, wie in der Straßenbahn.
00:09:56: Wir sind auch nicht so weiter als andere Fahrgäste eben auch nur wir dürfen eben in Kooperation mit den kommunalen Verkehrsbetrieben Menschen ansprechen und zum Gespräch einladen.
00:10:06: Genau!
00:10:07: Und dann treffen wir natürlich sehr viele Menschen die total gestresst sind sich verabschiedet haben von dem demokratischen Diskurs oder auch überhaupt der Hoffnung, dass irgendwie sie teilhaben könnten.
00:10:21: Oder gar nicht verstehen das es ihnen tatsächlich vielleicht auch wichtig sein könnte.
00:10:24: also wir kommen auf die Leute zu und sagen Also wir haben hier ein Thema von einer Stadtverwaltung Dresden.
00:10:29: Das interessiert Menschen in der Verwaltung dort was Sie zu diesem Thema denken und wissen und wie sie damit umgehen.
00:10:37: Und dann sagen die ganz häufig Ja aber ich habe keine Ahnung Ich weiß das ja nicht.
00:10:42: ist die große Schwierigkeit, dann den Weg reinzulegen.
00:10:45: Zu sagen doch doch alles was uns hier als Thema betrifft hat auch mit ihrem Leben zu tun aber es vielleicht einfach nicht so richtig präsent.
00:10:52: oder Menschen gehen auch immer davon aus dass sie eigentlich zu wenig davon wissen und zu wenig Ahnung haben.
00:10:57: und dann sagen wir nee wir nehmen das was Sie erleben im Alltag Das ist entscheidend, mehr brauchen wir gar nicht.
00:11:07: Und dann beginnen Menschen ganz anders darüber nachzudenken dass sie zum Beispiel das Thema kommunale Wärmeplanung als sagen wir mal das Thema was bislang bei uns am spezifischsten oder weitgehendsten von der Lebenswelt der Allgemeinheit entfernt es möglicherweise und am Ende doch entdecken.
00:11:21: ach so, ich habe ja ein ganz konkretes Anliegen an das Thema, das betrifft mich zum Beispiel wenn ich jetzt auf meine Rechtskosten gucke Und da ist mein Weg da rein.
00:11:31: Da sitzen dann auch Kinder bei uns, die haben eigentlich zu diesem Thema wirklich noch ein bisschen weit entfernt und entdecken aber trotzdem wie sich die Eltern darüber unterhalten was hier gerade los ist so diesen Thema Heizkosten und Wärmequellen.
00:11:45: das kommt auch bei mir an.
00:11:46: ich darf nämlich neuerdings muss ich meine Haltung immer niedriger drehen oder gibt es dann Auseinandersetzung mit der Familie?
00:11:52: So ist der Weg in diese politischen Themen rein und wir versuchen halt über einen sehr breiten Ansatz die möglichst viele unterschiedliche Perspektiven zu erfahren.
00:12:04: Und wir verbinden das immer mit der Lebenswelt der Menschen, also wir sagen nicht was ist Ihre Meinung sondern immer was ist ihre Erfahrung?
00:12:10: Weil erst in der Erfahrung der Menschen liegt das Gold da liegt dieser diese Verknüpfung zu sehr komplexen Timfeldern und da liegt auch das, was überhaupt nicht mehr kontrovers sein muss.
00:12:22: Nämlich sowas wie es ist spannend zu teilen, womit ich mich im Alltag wo ich ständig an Grenzen oder Hürden stoße, wo's für mich nicht weitergeht, wo ich auch irgendwie verzweifelt bin oder unwillings und ich verstehe, was das eigentlich soll politisch Und ab.
00:12:38: da wird sozusagen ein beginnender Gedankenprozess bei uns, wo wir gemeinsam darüber nachdenken was Menschen eigentlich bräuchten damit sie die Dinge besser verstehen.
00:12:46: Oder welche guten Erfahrungen Sie schon gemacht haben, die Sie gerne weitergeben wollen würden?
00:12:52: Die Sie auch nicht nur für sich behalten würden.
00:12:54: oder wenn Sie zum Beispiel entdecken ah ich bin gar nicht alleine das haben ganz viele vor mir schon eingebracht dann ist es einen Weg auf einmal der nicht nur ermöglicht zu sagen Teilhabe macht ja doch total Sinn und die Themen betreffen mich, sondern ich kann auch in der Verbindung zu anderen Menschen sehen.
00:13:09: Wir sind eine große Gesellschaft und wir müssen hier miteinander zusammenarbeiten damit es gut wird.
00:13:15: Und jeder einzelne Person ist dann wichtig!
00:13:17: finde ich ganz spannend, was Sie beschreiben.
00:13:20: Vor allem auch weil wir ja gerade in den klassischen politischen Beteiligungsformaten sehen dass es häufig akademisiert ist das wir häufig ein Bayes drin haben oder eine Schieflage hin zu besser gebildeten Menschen die ja ressourcenmäßig so ausgestattet sind.
00:13:37: sie haben vielleicht etwas mehr Zeit dafür müssen sich über andere vielleicht ökonomische Zwänge nicht so viele Gedanken machen und haben deshalb die Zeitressource Beteiligen.
00:13:48: Sie sind besser informiert, sie fühlen sich vielleicht auch mehr in der Lage etwas beizutragen und ich habe den Eindruck dass sie genau mit diesem Format so wie sie das beschreiben, das Ganze auf dem Kopf stellen und sagen ne wir kommen hier an alle rein stimmt das?
00:14:02: oder haben sie auch diesen Bayes trotzdem noch?
00:14:04: weil man kann ja auch gerade wenn es Freiwilligkeit ist sagen auch in so einer Straßenbahn trennt sich das dann oder spaltet sich das doch auf dass ich dann hinterher nur die hinsetzen die ich gerade beschrieben hab als privier.
00:14:19: Wir haben das sehr lange, sehr genau dazu gearbeitet und unser Projekt ausgerichtet und immer überprüfen lassen.
00:14:26: Und wir sind auch letztes Jahr evaluiert worden durch die Fernuniversität Hagen.
00:14:30: Die hatte da auch einen spezifischen Fokus darauf.
00:14:32: wen erreichen wir als Beteiligungsprojekt dass sich innovativ selbst beschreibt wenn wir orientieren uns an der morgen kommen Studie zu dem unsichtbaren Drittel, diejenigen, die sich zurückgezogen haben.
00:14:48: Die entweder mit viel Enttäuschung oder eben auch mit Pragmatismus auf das demokratische System blicken und sagen ich habe mich immer versucht zu beteiligen Ich mache das nicht mehr weil ich weiß nicht wie meine Stimme hier unterbringen kann Und es ist alles irgendwie so weit weg.
00:15:02: oder die pragmatischen die sagen Das ist auch bei unserem Projekt kommt das viel vor.
00:15:08: Ich käme auch in der Diktatur ganz gut klar, also mir ist es egal ich muck einfach nicht auf und dann wird mir nichts passieren.
00:15:13: Und die erreichen wir zu knapp ein Drittel also zum ungefähr achtundzwanzig neun zwanzig Prozent Die sitzen auch bei uns und Wir hören dass diese Positionen wissen wir ungefähr Dass sie eben zu diesen Spektrum gehören.
00:15:27: aber bei uns nehmen eben auch viele Teil, die sehr offen sind.
00:15:32: Die sehr sozusagen aus einer etablierten Position auf gesellschaftliche Prozesse blicken und die gut belesen mit vielen Ressourcen ausgestattet sind.
00:15:40: Aber es ist eben auch genau wichtig diese unterschiedlichen gesellschaftlichen Typen in einen Austausch zu bringen und zu sagen Es gibt nicht nur das eine, es gibt nicht noch das andere sondern Das ist alles da an gesellschaftlichem Spektrum Und wir müssen gucken wie wir diese Brücken zueinander bauen können und möglichst so stabil dass sie auch in politischen Krisen auf ein neues Fundament sich gründen können.
00:16:03: Das nicht eins ist, was oberflächlich mit irgendwelchen Slogans daherkommt, irgendwelche politische Narrativen die sowieso nicht weitreichen sondern spätestens wenn das Problem dann in der eigenen Wohnung oder am eigenen Arbeitsplatz vorhanden ist auf einmal so Grabenkämpfe ausbrechen.
00:16:20: und dann braucht es echt einen anderes Verständnis und indem wir entdeckt haben gar nicht sein muss auf die Meinung zu gucken, sondern das eigentliche wirkliche Potenzial in dem Meinungsbildungsprozess liegt.
00:16:36: Also wie kam eine Person zu diesem Zeitpunkt wo sie bei uns an der Bahn sitzt?
00:16:41: Zu dieser Meinung?
00:16:42: welche entscheidenden prägenen Erfahrungen waren dazu notwendig und wichtig um diese Weltansicht auszubilden und nicht nur andere nicht nur viel mit den Erfahrungen zu tun, sondern auch mit Abwesenheit von Erfahrung.
00:16:53: Also wenn ich immer nur erlebt habe dass mein Leben ein Kampf ist das mir nichts geschenkt wird, dass ich keine Unterstützung erfahre dann werde ich mich sagen auf einmal ja nee aber da ich teile gerne was ich habe Ich gebe das gerne weg, sondern das ist total klar diesen Menschen kämpfen und dann wäre es falsch zu sagen ne aber kämpft doch einfach mal nicht.
00:17:14: Sondern die Welt sieht einfach ganz anders aus.
00:17:16: Und wenn ich in dieser Position gewesen wäre Ständig möglicherweise genau an derselben Stelle und wird es genau dasselbe vertreten.
00:17:24: Und das müssen wir einfach anbekennen als Gesellschaft, dass es halt einfach riesig ist der Erfahrungsspektoren die wir als Gesellschaft in uns tragen.
00:17:35: Wir müssen ganz anders lernen darauf zuzugehen als Menschen aber eben auch von politischer Seite.
00:17:42: Jetzt haben wir zu dem Thema Nichtwahl an der Universität Duisburg-Essen viel Forschung gemacht, unter anderem auch mit Fokusgruppen.
00:17:51: Und eine Erfahrung die wir dort immer wieder gemacht haben ist dass Menschen über Politik als ein unangenehmes Gesprächsthema sprechen das sie sagen ja es ist ja mit Streit behaftet oder wie Sie schon gesagt haben auch das deckt sich.
00:18:05: da fühle ich mich nicht so richtig bewandert da fehlen mir vielleicht auch die Worte um mich da auszudrücken.
00:18:10: Also, da waren oft so Vorbehalte auch über dieses Thema offen zu sprechen und wir sind dann eher über Umwege eigentlich auch zudem gekommen was uns interessiert.
00:18:20: Und das würde mich bei Ihnen auch interessieren in wiefern Sie da einfach völlig offen reingehen.
00:18:24: oder dann doch mit einem gewissen Ziel denn seit zwanzig dreinzwanzig habe ich in der Vorbereitung gelesen nutzt dass Team eine spezielle eine speziell dafür entwickelte App wo im Grunde genommen die Diskussionsbeiträge dann schon anonymisiert dokumentiert werden, sodass man mit den Beiträgen die sie dort in dem Projekt schaffen wie eigentlich so ein Datenschatz wirklich auch arbeiten kann.
00:18:49: Die analysieren kann.
00:18:50: Wie funktioniert das?
00:18:51: Wissen die Teilnehmenden genau davon oder ist da sozusagen eine Art Beifang der Daten?
00:18:57: Wie funktioniert es?
00:18:58: weil das verändert ja auch noch mal was und in gewisser Weise akademisiert ist dass vielleicht durch die Hintertür dann doch und kann ja auch neue Vorbehalte schaffen für die Gespräche.
00:19:07: oder blicke ich da falsch drauf?
00:19:10: Ja, wir hatten die selben Befürchtung.
00:19:12: Dass das Projekt da verändern würde und dass die Menschen Angst hätten, dass sie dann mich teilnehmen würden.
00:19:17: Tatsächlich ist es den Menschen also zu neunneinzig, neun, neuen Prozent völlig egal was wir in der Hand haben und mit tippen.
00:19:24: Glaubst du vielleicht mittlerweile?
00:19:28: Ich sag mal so sieben Personen, die ich persönlich hatte, die gesagt haben Was machen Sie eigentlich die ganze Zeit?
00:19:32: aber bei diesen vielen tausend ist das ja absolut verschwinden gering Und wir erklären das dann natürlich immer.
00:19:39: Wir sagen also uns ist auch ein nettes Gespräch zu wenig, wir wollen eine größer bestrebende größere Wirkung an.
00:19:45: Wir wollen dass das was wir hier miteinander besprechen einen Effekt hat der sich an Verwaltung und Politik richtet und dazu müssen wir das tun.
00:19:53: ja und das was wenn wir jetzt einfach nur pauschal mitschreiben würden.
00:20:01: Das ergibt überhaupt kein konstruktives gesellschaftliches Stimmungsbild, sondern das hat so eine Tendenzrichtung abgerundet.
00:20:08: Alles ist schlecht und dann würde man auch schreiben, okay, dass funktioniert nicht und das funktioniert nicht.
00:20:13: Und es funktioniert ja auch vieles nicht.
00:20:14: Aber wir schauen immer danach was ist das eigentliche dem zugrunde liefende unerfüllte Bedürfnis?
00:20:21: Ich mache das mal an einem kleinen Beispiel deutlich, als wir letztes Jahr das Thema Demokratie unserer Träume hatten.
00:20:29: Da sind wir natürlich auch ziemlich ausgelacht worden gerade zur Bundestagswahl.
00:20:33: Es war eine sehr schwere Zeit für uns in der Bahn und die Menschen, die zu uns kamen haben gesagt naja also Demokratie würde dann gut wenn erst mal alle erschossen würden.
00:20:45: Und da kann ich das natürlich nicht aufschreiben sondern Das kann man ja auch schlechter Politik dann präsentieren und sagen, das wäre jetzt mal so eine tolle Idee.
00:20:55: Sondern wir sagen was ist das?
00:20:57: Was die sich versuchen damit davon zu befreien?
00:21:01: also was macht es besser wenn jetzt hier alle tot werden?
00:21:04: und dann sagen die ich weiß noch genau die ersten zwei Personen die diesen Gedankenverlauf mit mir da durchgegangen sind sie hätten dann Ruhe vor der Politik von diesem ganzen Gezehter die ganze Zeit.
00:21:15: Also es geht um Ruhe.
00:21:17: Es geht um Ruhe davor, wie Politik und Politikerinnen miteinander diskutieren sich gegenseitig abwerten.
00:21:23: Dann doch miteinander Kompromisse schließen müssen in Koalition zusammengehen müssen.
00:21:27: Klappt alles nicht!
00:21:28: Dann beginnen wieder die Abwärtung usw.
00:21:30: Und es macht Menschen wirklich wahnsinnig.
00:21:34: Die kommen damit richtig schlechte Ideen.
00:21:37: Als wir aber erfahren hatten, es geht eigentlich darum, sich zu befreien von diesem destruktiven Miteinander Und Ruhe zu erreichen war nämlich der Vorschlag dann, die sollen Supervisionen machen und sich auf einen neuen besseren Umgang miteinander eignen.
00:21:53: Der Ausgangspunkt ist Töten und am Ende steht Supervision.
00:21:57: Das könnte ja nicht ferner voneinander entfernt liegen und das muss man aber mit Menschen durchgehen damit wir auf ein neues konstruktives Stimmungsbild kommen und wirklich gute Vorschläge und das notieren Also diese Sachen.
00:22:11: und dann sind wir so Transmitter zwischen den Fahrgastgenerationen, also wenn Menschen kommen und sagen ja ich bin auch total gestresst von der Politik.
00:22:18: Dann sagen wir das haben wir hier schon mal gehört Wir würden jetzt mal anklicken dass sie das gut findet diesen Punkt Und dann überlegen wir gemeinsam an dem nächsten Punkt und dann entsteht sowas wie ein quantitatives und qualitatives Stimmungsbild.
00:22:36: Also das wächst in die Breite, über einzelne Beiträge und die einzelnen Beiträge können dann die nächsten Fahrgäste, die kommen auch noch bewerten.
00:22:43: also weil man im Gespräch miteinander daran vorbeikommt.
00:22:46: Wir haben aber kein Leidfrageninterview vorbereitet sondern wir entwickeln das gemeinsam mit den Menschen.
00:22:50: Die Menschen bringen es ein und wir schauen auf die gerade beschriebene Art und Weise sinnvolle zielführende Beiträge machen, die uns wirklich helfen weil sie auch die eigentlichen zugrunde liegenden Probleme adressieren.
00:23:04: Da schließt direkt meine nächste Frage ein.
00:23:06: also natürlich ist das erstmal ziemlich schockierend wenn Sie sagen wie dass es auch ausgesprochen wird wieder vielleicht die Ansichten sind vielleicht sind es sogar schon Einstellungen die da geäußert werden.
00:23:17: Also es klingt für mich nach Krisenerschöpfung und einer Streitverdrossenheit auf eine Weise.
00:23:23: Und wenn man das jetzt dreht, so wie Sie sagen also wir hören zu und was kann man daraus machen?
00:23:28: Also hat es das Potenzial zur Veränderung vielleicht nur zuhören als Wert für die Verwaltung, die was daraus lernen kann oder hat es auch das Potential zur Veranderung vielleicht der Menschen selbst die sagen Das war ja jetzt wirklich mal ne gute Erfahrung.
00:23:43: Oder ist das eher dann der Tropfen auf dem heißen Stein?
00:23:45: Man muss ja vielleicht auch noch dazu sagen, die machen das in Dresden.
00:23:49: Zwischenzeitlich gibt es noch andere Städte.
00:23:52: Chemnitz und Leipzig sind hinzugekommen.
00:23:54: Wir haben Ostdeutsche Städter an dieser Stelle.
00:23:56: Gibt's das auch im Westen?
00:23:58: Also stecken jetzt mehrere Fragen schon direkt drin!
00:24:00: Ja also ich kann auf die erste Frage ob das nicht alles erschöpfend ist und so noch die Stimmung verschlechtert.
00:24:08: Kann ich sagen... Die Menschen kommen zu uns und sind erst mal auf sein Misstrausch.
00:24:12: Was passiert jetzt, werde ich gleich belehrt mit meinem gleichen moralischer Vorwurf gemacht?
00:24:17: Das machen wir alles nicht!
00:24:18: Wir sagen, wir wollen verstehen wie wir hier besser miteinander klarkommen und ihre Perspektive fehlt im Moment.
00:24:24: Und deswegen ist sie uns wichtig und wir brauchen so viele, wie es irgendwie geht damit wir hier auch neue Ideen kommen.
00:24:33: Und das, was die Menschen dann sagen ist – also ich kann mal aus der Bahn zitieren eine ältere Dame, die schonmal bei uns teilgenommen hatte.
00:24:39: Die wir dann wieder angetroffen haben und ihre Freundin zu uns geschickt hat mit dem Hinweis.
00:24:44: Geh da mal hin!
00:24:44: Das macht nämlich total Spaß.
00:24:47: Und wenn in einer Alltagssituation wie in der Bahn mit fremden Menschen über Kontroversen nach Denken Spaß macht?
00:24:54: Ich glaube, dann sind wir eigentlich schon am Endziel angekommen.
00:24:57: Besser kann es fast nicht werden.
00:25:00: Und wir lachen auch ganz viel.
00:25:01: Also wenn Menschen hinsetzen und die Art, wie wir sie begrüßen ist sozusagen klar... Wir sind ja alle am Rumscheitern hier weiß niemand irgendwas besser!
00:25:10: Wir sind auf Augenhöhe und wir sind jetzt nicht die Person, die die Wahrheit kennt sondern wir wissen.. Die Wahrheit beginnt sowieso zu zweit und wir brauchen immer das Gegenüber, um weiterzukommen.
00:25:25: Und diese Art neu miteinander ins Gespräch zu kommen, über schwierige Themen ist glaube ich ganz entscheidend, um diesen Blick zu öffnen für andere.
00:25:34: Ah!
00:25:34: Es geht eigentlich – Wir können es eigentlich – aber wir müssen wirklich Dinge anders tun als bislang.
00:25:41: Jetzt habe ich die zweite Frage.
00:25:42: Die zweite Frage
00:25:43: war, ob das ein externt Schlager
00:25:44: sein?
00:25:45: Genau also...
00:25:46: Ja, ich hoffe.
00:25:47: Ich bin sehr konzentriert, ne?
00:25:50: Aber das kommt einfach nur daher, weil natürlich das Projekt in Dresdenstatus ist und dann war nach Leipzig gehen oder nach Chemnitz gehen leichter.
00:25:58: Inzwischen mussten wir aufgrund der Förderung in Leipzig unseren Standort wieder schließen aber es gibt uns Zeit die breite Reskalierung vorzubereiten und Schulungen aufzubauen.
00:26:09: noch mal so richtig für Vereine sind sie sozusagen des Projekts noch gar nicht kennen und umsetzen konnten.
00:26:17: Also mein Wunsch ist, dass oder meine Vision ist.
00:26:20: Das ist ja eigentlich eine globale Idee über einfach so ein bisschen ÖPNV.
00:26:23: durch die Gegendrolls kann das Projekt stattfinden und wir brauchen für globale Themen wie zum Beispiel Migration oder Klima oder soziale Gerechtigkeit.
00:26:33: Brauchen wir nicht nur ein punktuelles Gesprächsprojekt sondern eins was wirklich viel sich verbindet.
00:26:39: und durch unsere Technik unserer App können Städte miteinander verbinden und wissen dann, in Leipzig wird das Thema so diskutiert.
00:26:49: In der Lausitz ganz anders.
00:26:51: Wir gehen jetzt sehr wahrscheinlich nach Berlin.
00:26:55: Da ist es so, in München ist es wieder anders.
00:26:58: Das soll sich miteinander verbunden.
00:27:00: um klar zu machen wir leben hier alle gemeinsam Und wir haben alle Themen die uns beschäftigen und sinnvolle schlaue Dinge, die wir beitragen können und wir müssen das sozusagen spüren Und zwar im direkten Gespräch.
00:27:15: Nicht nur in der digitalen Welt, sondern es muss ankommen im direkten Austausch miteinander und zu verstehen wir als Gesellschaft basieren wirklich auf einer intensiven Kooperation – nicht auf Kampf!
00:27:28: Ein starkes
00:27:29: Plädoyer am
00:27:30: Ende des politischen Pausen-Podcasts.
00:27:32: Christina Krömer ist zu Gast und wir haben über dieses wirklich, wirklich spannende Demokratieprojekt, man kann sagen bewegte Demokratie im ÖPNV miteinander gesprochen.
00:27:43: Herzlichen Dank für Ihren Besuch!
00:27:45: Und ganz viel Erfolg weiterhin mit dieser wichtigen
00:27:47: Aufgabe.
00:27:49: Vielen Dank.