Ist dauerhafter Frieden möglich? | mit Prof. Dr. Tobias Debiel
In der letzten Folge der aktuellen Staffel begrüßt PD Dr. Julia Schwanholz Prof. Dr. Tobias Debiel, Professor für Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik an der Universität Duisburg-Essen und langjähriger Mitherausgeber des jährlich erscheinenden Friedensgutachtens. Das aktuelle Gutachten „Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen“ formuliert eine dramatische Zuspitzung gegenüber dem Vorjahr: Die internationale Weltordnung zerfällt nicht mehr nur, sondern wird aktiv durch eine neue, imperial geprägte Ordnung ersetzt. Mit 61 aktiven bewaffneten Konflikten weltweit ist ein historischer Rekord erreicht, der sogar die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg übertrifft.
Im Mittelpunkt des Gesprächs steht das Konzept der sogenannten neuen Warlords. Wie lässt sich eine Handlungslogik beschreiben, in der Staaten Krieg als selbstverständliches Mittel der Politik betreiben, Eigeninteressen gewaltsam durchsetzen und das Völkerrecht nur noch selektiv gilt? Debiel erläutert, welche Rolle dabei Russland, die USA unter Trump und die Golfstaaten spielen und warum China eine Sonderstellung einnimmt. Auch die Vereinten Nationen kommen zur Sprache: Trumps geplanter „Board of Peace“ als Parallelinstitution zum Sicherheitsrat, drastische Mittelkürzungen und der drohende Bedeutungsverlust des Völkerrechts stellen die Organisation vor eine historische Existenzkrise.
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